Sturmschaden am Auto - was tun?

Stürmische Zeiten. Die bescherte uns der Februar bisher. Erst vor kurzem wirbelte Sturmtief Sabine unseren Alltag durcheinander. Gerade bei Sturm häufen sich Fotos von umgestürzten Bäumen, die geparkte Autos unter sich begraben. Wie handelt man als Autobesitzer eigentlich bei Sturmschäden und was zahlt die Versicherung? Und wie passt man die eigene Fahrweise idealerweise an die Wetterverhältnisse an?

Unmittelbare und mittelbare Sturmschäden

Generell zahlt nur eine Kaskoversicherung im Falle eines Sturmschadens. Wer nur eine Kfz-Haftpflichtversicherung besitzt, muss alle Kosten selbst übernehmen.

Bei den Kaskoversicherungen gibt es eine Unterscheidung bei Sturmschäden. Während die Teilkaskoversicherung nur unmittelbare Sturmschäden bezahlt, übernimmt die Vollkasko auch mittelbare.

Von unmittelbaren Sturmschäden spricht man, wenn z.B. abgefallene Dachziegel oder umherfliegende Äste das Auto beschädigen. Auch ein durch starken Wind umgekipptes Verkehrszeichen würde dazuzählen. Die Teilkasko zahlt dann entweder die Reparatur oder gleicht den Zeitwert des Fahrzeugs aus.

Bei der Teilkasko muss man allerdings beachten, dass Sturmschäden erst ab Windstärke 8 übernommen werden. Zum Vergleich: Das Sturmtief Sabine erreichte diese Stärke in Bayern.

Ein mittelbarer Sturmschaden ist zum Beispiel ein Auffahrunfall aufgrund eines entwurzelten Baumes, der auf der Fahrbahn liegt. Die eigenen Reparaturkosten übernimmt in diesem Fall die Vollkaskoversicherung.

Ein Sturmschaden, der während der Fahrt entsteht, ist immer ein individuell zu klärender Fall. Generell gibt es aber auch hierbei eine Unterscheidung in unmittelbare und mittelbare Sturmschäden.

Sonderfall umgestürzter Baum

Wie eingangs erwähnt, kann es bei Stürmen vorkommen, dass Autos unter umstürzenden Bäumen begraben werden. Handelt es sich dabei um einen gesunden Baum, kann der Grundbesitzer dafür nicht belangt werden. In diesem Fall springt die Kaskoversicherung ein und übernimmt den Schaden. War der Baum allerdings bereits instabil und morsch, muss der Besitzer des Grundstücks, auf dem der Baum stand, die volle Verantwortung und die Kosten des Schadens tragen.

Sturmschaden sollte unverzüglich gemeldet werden

Sturmschäden am Auto müssen innerhalb einer Woche der Versicherung gemeldet werden. Ist dies nicht der Fall, werden Kosten häufig nicht mehr übernommen.

Bei der Meldung gilt es vor allem, das Fahrzeug nicht selbst in die Werkstatt zu bringen, sondern die Rückmeldung der Versicherung abzuwarten. In der Regel wird bei Sturmschäden ein Gutachter hinzugezogen, der den unveränderten Schaden aufnehmen muss.

Fahrweise bei Sturm

Bei Sturm warnt der Deutsche Wetterdienst davor, sich möglichst nicht im Freien aufzuhalten und unnötige Fahrten zu vermeiden. Am sichersten sind Fahrer und Auto in Haus und Garage aufgehoben. Doch manchmal gibt es diese Alternative nicht und man muss während eines Sturms mit dem Auto fahren.

Dann sollte man bei starkem Wind und Sturm darauf achten, mit niedrigerer Geschwindigkeit als sonst zu fahren. Straßen mit viel Baumbestand sollten möglichst weiträumig umfahren werden. Bei Brücken und Tunnelausfahrten sollte man mit Seitenwind rechnen. Auch beim Überholen muss man aufpassen, wenn man aus dem Windschatten des anderen Fahrzeugs wieder austritt.

Fahren Sie in diesem Fall immer besonders vorsichtig und vorausschauend und halten Sie zu anderen Verkehrsteilnehmern ausreichend Abstand.