Wissenswertes für die Urlaubsreise

Reiseserie #7: Autoreisen mit Kindern

Auch die Kleinsten freuen sich auf das große Abenteuer einer Urlaubsreise. Nicht selten steht vor dem unbeschwerten Urlaub aber eine längere Autofahrt an. Mit den folgenden Tipps und Hinweisen wird aber auch diese – im wahrsten Sinne des Wortes – zu einem Kinderspiel.

Sicherheit hat oberste Priorität

Das wichtigste Thema bei der Planung einer Urlaubsreise mit dem Auto ist die Sicherheit. Vor allem Kinder unter 12 Jahren sind im Straßenverkehr stark gefährdet, wenn nicht auf ausreichend Sicherheit geachtet wird.

In Deutschland und Europa ist es daher Pflicht, Kinder bis einschließlich 12 Jahren oder eine Körpergröße bis 1,50m mit einem passenden Kinder-Rückhaltesystem zu sichern. Anschließend reicht eine Sicherung mit dem vorhandenen Dreipunktgurt. Kommen Sie dieser Regel nicht nach, drohen Ihnen – neben der unzureichenden Sicherheit Ihrer Kinder – ein Bußgeld sowie Punkte in Flensburg.

Im Sommer empfiehlt sich ein Kindersitz, der mit einem hellen Stoff bezogen ist, da sich dieser nicht so schnell aufheizt wie dunkle Stoffe. Beachten Sie bitte, dass sich Kunststoffteile oder Metallbügel im Sommer stark erhitzen können!

Sie sollten Ihr Kind generell so früh wie möglich an die Sicherheit im Auto gewöhnen. Neben Regeln wie dem Aussteigen in Begleitung auf der Gehwegseite oder dem Unterlassen von Füttern und Wickeln im Fahrzeug, zählt dazu vor allem, dass jeder Insasse von Anfang bis Ende der Fahrt angeschnallt sein muss. Am einfachsten funktioniert das, wenn man selbst mit gutem Beispiel vorangeht und die Regeln auch selbst konsequent einhält. Überprüfen Sie unbedingt vor Fahrtantritt, ob der Gurt bei Ihrem Kind richtig sitzt.

Vorbereitung und Planung der Reise

Eine gute Vorbereitung und Planung der Autoreise ermöglicht es allen Familienmitgliedern, entspannt in den Urlaub zu starten.

Für die Fahrt sollten Sie auf bequeme und luftige Kleidung achten, die nicht einengt oder drückt. Auch bei langen Autofahrten ist das Prinzip des „Zwiebellooks“ vorteilhaft. So sind sie auf alles ideal vorbereitet, ob Sie in einen Regenschauer kommen oder eine Jacke gegen Zugluft benötigen.

Bei einer langen Autoreise sollten Sie unbedingt an ausreichend Proviant denken. Da Kinder auch auf Reisen Ihrem Tagesrhythmus folgen, kann es durchaus vorkommen, dass keine Raststätte in der Nähe ist, wenn die jungen Passagiere Hunger bekommen. Auch im Falle eines längeren Staus ist eine Notration an Essen und Getränken eine gute Überbrückungsmöglichkeit.

Außerdem sollte Sie auf sinnvolle Spielsachen für Ihre Kinder achten. Das eigene Kuscheltier sollte bei den Kleinsten auf jeden Fall mit dabei sein. Für ältere Kinder eignen sich Hörbücher oder Kartenspiele. Verzichten Sie auf Brettspiele, da die Spielfiguren schnell hinunterfallen können, und auf eckige Gegenstände wie Bausteine, die bereits bei einem Abbremsmanöver ein erhöhtes Verletzungsrisiko darstellen.

Für das Schläfchen zwischendurch empfiehlt es sich, eine Decke bereitzuhalten, um die Kinder vor möglicher Zugluft zu schützen. Zum Schutz vor der Sonne können Sie ein Handtuch ins Fenster klemmen oder auf gewerbliche Sonnenschutzsysteme zurückgreifen.

Falls Sie zu zweit mit Kindern reisen, ist es empfehlenswert, dass ein Erwachsener mit dem Kind auf der Rückbank Platz nimmt, um die Kinderbetreuung zu gewährleisten. Ist das nicht möglich, können Sie beispielsweise einen zweiten Innenspiegel montieren, um die Kinder auf der Rückbank im Auge behalten zu können, ohne sich umdrehen zu müssen.

Der ADAC rät Eltern, auf Reisen mit Kindern ca. alle 2 Stunden einen Stopp einzuplanen. Somit sollte die Langeweile nicht zu groß werden und die Kinder können sich nach dem langen Stillsitzen ein wenig austoben. Eine weitere Empfehlung ist es, nicht mehr als 500km auf einmal zurückzulegen und die Reise gegebenenfalls auf zwei Tage aufzuteilen.

Kinder, wie die Zeit vergeht – Spielideen für die Autoreise

Lange Autoreisen sind für Kinder eine Geduldsprobe. Daher sollten Sie Ihren Kindern immer möglichst genaue Informationen geben, wenn diese sich erkundigen, wie lange Sie noch fahren. Größeren Kindern können Sie eine Uhrzeit angeben, kleineren die Uhrzeit auf der Uhr zeigen.

Für die Autofahrt gibt es einige Spiele, für die Sie keinerlei Utensilien benötigen. Kleinere Kinder kann man beispielsweise mit „Ich sehe was, was du nicht siehst“ oder kleineren Wettbewerben („Wer sieht als Erster das nächste Tier?“) hervorragend beschäftigen. Das Wortkettenspiel, bei dem man neue Wörter aus dem letzten Teil eines zusammengesetzten Wortes formt (z.B. Autofahrt – Fahrtwind – Windrad usw.), ist nicht nur ein guter Zeitvertreib, sondern vergrößert auch den Wortschatz Ihres Kindes. Für größere Kinder eignen sich Spiele mit den Kennzeichen der anderen Autos besonders: Aus welchen Ländern sind die Autofahrer? Welche Stadt hat dieses Kennzeichen? Wer kann daraus am schnellsten einen Namen oder Begriff ableiten?

Altbewährt sind natürlich die klassischen Geschichten. Beginnen Sie mit einer offenen Geschichte und lassen Sie Ihre Kinder diese fortführen. Sie werden sehen, welch lustige und spannende Ideen Ihre Kinder haben werden.

Spiele sind auch gute Ablenkungsmanöver, falls die kleinen Passagiere an Reiseübelkeit leiden. In diesem Fall sollten Sie übrigens auch auf viel frische Luft, einen ruhigen und gleichmäßigen Fahrstil, leichte Kost sowie einige Spuckbeutel für den Notfall achten.   

Mit der richtigen Vorbereitung und Planung ist eine Autoreise auch für Kinder kein Problem. Und für Sie dadurch ein entspannterer Start in den Urlaub.

Eine ausführliche Broschüre zu diesem Thema stellt der ADAC zur Verfügung.

Der nächste Teil unserer Reiseserie erscheint kommenden Donnerstag an dieser Stelle.
Alle Angaben ohne Gewähr.


Reiseserie #6: Kroatien

Ein Land, das als Urlaubsziel immer beliebter wird, ist Kroatien. Zuletzt hat die Serie Game of Thrones, deren Drehorte sich zum Teil in Kroatien befinden, die Anziehungskraft des Balkanlandes noch einmal verstärkt. Worauf Sie bei Ihrer Autoreise nach Kroatien achten sollten, lesen Sie im nachfolgenden Beitrag.

Allgemeine Informationen

Eine wichtige Information vorab: Kroatien ist zwar bereits seit 2014 Mitglied der Europäischen Union, hat den Euro als Währung aber noch nicht etabliert. Die Landeswährung Kuna (HRK) hat einen ungefähren Wechselkurs von 1:7. Momentan entspricht 1,- € genau 7,38 HRK.

Durchschnittlich bewegen sich die Kraftstoffpreise in Kroatien auf demselben Niveau wie bei uns in Deutschland. Als Fahrer eines Dieselfahrzeugs sollte man darauf achten, „Eurodiesel“ zu tanken. Der Kraftstoff mit der Kennzeichnung „Diesel“ ist für LKW vorgesehen. Eine Mitnahme von Kraftstoff in Reservekanistern ist in Kroatien grundsätzlich nicht erlaubt.

Die Tempolimits in Kroatien sind unseren sehr ähnlich. Innerorts gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, außerorts von 90 km/h. Auf Schnellstraßen sind 110 km/h erlaubt, während man auf Autobahnen maximal 130 km/h fahren darf. Eine Besonderheit in Kroatien sind die geltenden Tempolimits für Fahrer unter 25 Jahren. Diese müssen außerorts, auf Schnellstraßen und Autobahnen 10 km/h langsamer fahren, auf Autobahnen also beispielsweise nur 120 km/h statt 130 km/h.

Aufgrund des Jugoslawienkriegs in den 1990er Jahren besteht an den ehemaligen Frontlinien noch immer eine Gefährdung durch Minen. Das gilt vor allem für Ostslawonien (Gebiet um die Grenzen zu Serbien und Ungarn), die Gebiete Daruvar, Pakrac und Virovitica, das Grenzgebiet zu Bosnien und Herzegowina, für den östlichen Stadtrand von Zadar sowie das Hinterland der Küste zwischen Senj und Split. Auch die Bergregionen südöstlich von Dubrovnik sind betroffen. In diesen Gebieten sollten Sie keinesfalls die öffentlichen Straßen und Wege verlassen! Bekannte und identifizierte Minenfelder sind durch dreieckige Schilder mit der Aufschrift Ne Prilazite oder gelbe Absperrbänder gekennzeichnet. Dasselbe gilt auch für die Nachbarländer Serbien und Bosnien-Herzegowina.

Die Promillegrenze in Kroatien liegt bei 0,5‰. Fahrer unter 25 Jahren und Lenker von Fahrzeugen über 3,5t dürfen keinen Alkohol trinken, wenn sie fahren.

Besondere Vorsicht gilt in Kroatien bei haltenden Schulbussen. Bei Ein- und Ausstieg der Passagiere besteht für Autofahrer absolutes Überholverbot.

Für Kinder unter 1,50m Körpergröße gilt eine Kindersitzpflicht. Ab 1,50m Größe reicht dann eine Sitzerhöhung aus.

Im Sommer (April bis Oktober) besteht in Kroatien keine Lichtpflicht für Autofahrer. Motorradfahrer hingegen müssen ganzjährig mit Abblendlicht fahren. Generell empfiehlt es sich, ein Ersatz-Glühlampen-Set für die Scheinwerfer mitzuführen, falls Ihr Fahrzeug keine Xenon-, LED- oder Neon-Scheinwerfer aufweist.

Außerdem gilt in Kroatien Warnwestenpflicht für alle Fahrzeuginsassen. Innerorts und außerorts müssen alle Insassen bei Unfall oder Panne eine Warnweste anlegen. Die kroatische Polizei muss bei jedem Unfall informiert werden. Das ist besonders wichtig, da Unfallfahrzeuge das Land nur mit einer polizeilichen Schadensfeststellung verlassen dürfen. Bei der Fahrt nach Kroatien ist unbedingt der Fahrzeugschein mitzuführen. Zusätzlich empfiehlt es sich, auch die grüne Versicherungskarte dabei zu haben. Außerdem ist es wichtig, dass das Nationalitätskennzeichen am Fahrzeug oder im Kennzeichen ersichtlich ist.

Maut in Kroatien

Der Großteil der kroatischen Autobahn ist gebührenpflichtig. Die Abrechnung erfolgt über das geschlossene Mautsystem, d.h. Sie ziehen bei Einfahrt in die Autobahn ein Ticket, das Sie bei Ausfahrt abgeben und bezahlen. Der Betrag ist also streckenabhängig.

Für einige Tunnel (Učka, Sveti Ilija) und Brücken (Krk und Mirna) fallen Sondergebühren an.

Grenzkontrollen

Kroatien ist noch nicht im Schengen-Raum, daher finden an den kroatischen Grenzen noch immer Kontrollen statt. Seit April 2017 werden die Außengrenzen des Schengen-Raums noch stärker kontrolliert, was vor allem den Grenzübergang zwischen Kroatien und Slowenien betrifft. Die Folge sind Staus und lange Wartezeiten an den Grenzen. Im Sommer 2018 konnte es daher schon bis zu 2 Stunden dauern, um die Urlaubsfahrt fortzusetzen. Besonders betroffen sind die Strecken zwischen Ljubljana auf slowenischer und Zagreb auf kroatischer Seite (Grenze Obrezje) sowie der Grenzübergang Macelj auf der Route Maribor-Ptuj-Zagreb. Um den Verkehr an den Grenzen zu entlasten, können EU-Bürger bereits seit zwei Jahren auch kleinere Grenzübergänge nutzen, die vorher auf Anwohner beschränkt waren. Um generelle Probleme bei der Ein- und Ausreise zu vermeiden, sollten Sie auf gültige Ausweispapiere, auch für Kinder, achten.

Detaillierte Informationen zu den aktuellen Wartezeiten an den Grenzen finden Sie auf der Seite des kroatischen Automobilclubs (HAK) in deutscher Sprache.

Weitere Informationen zu Ihrer Urlaubsreise nach Kroatien finden Sie auf den Seiten des ADAC (www.adac.de).


Reiseserie #5: Italien

In unserer Reiseserie darf natürlich auch ein weiteres der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen nicht fehlen: Italien! Was Sie auf der Reise nach Bella Italia beachten sollten, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Allgemeine Informationen

Die Preise für Diesel und Benzin sind in Italien durchschnittlich höher als bei uns. So liegt der Liter Super Bleifrei 95 bei ca. 1,59 €. Super Plus schlägt schon mal mit 1,66 € pro Liter zu Buche. Zu beachten gilt auch, dass viele Tankstellen, die nicht an der Autobahn liegen, zwischen 12.30 Uhr und 15.30 Uhr geschlossen haben. In der Regel ist dann allerdings eine Bezahlung am SB-Automaten möglich.

Das Mitnehmen von 10l Kraftstoff in einem Reservekanister ist erlaubt. Dabei müssen Sie allerdings beachten, dass eine Fahrt durch Tunnel oder auf der Fähre mit gefülltem Reservekanister verboten ist.

Wie bei uns auch, darf man in Italien innerorts maximal 50 km/h auf dem Tacho haben. Außerorts gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Auf Schnellstraßen sind 110 km/h, auf Autobahnen 130 km/h erlaubt. Für schwere Wohnmobile und Gespanne gelten niedrigere Tempolimits.

In Ihrem Urlaub in Italien sollten sie nicht allzu tief ins Weinglas schauen, wenn Sie noch Autofahren müssen. Die Promillegrenze in Italien liegt bei 0,5‰. Für Fahranfänger mit weniger als drei Jahren Praxiserfahrung sowie für unter 21-Jährigen besteht absolutes Alkoholverbot (0,0‰). Außerdem gilt in Italien ein Rauchverbot im Fahrzeug, wenn sich Schwangere oder Minderjährige darin befinden.

Wie in anderen europäischen Ländern, muss für Telefongespräche am Steuer auch in Italien eine Freisprecheinrichtung verwendet werden. Sollte man mit dem Handy am Ohr erwischt werden, kann neben einer Geldstrafe auch ein sofortiges Fahrverbot ausgesprochen werden. Dieses gilt auch für ausländische Fahrer. Daher unbedingt an die vorgeschriebenen Regeln halten.

Auch in Italien gilt die Warnwestenpflicht für alle Fahrzeuginsassen. Im Falle einer Panne außerorts müssen alle Personen, die den Wagen verlassen, eine Warnweste tragen.

Generell gilt, dass Bußgelder in Italien erheblich höher ausfallen als bei uns in Deutschland. Außerdem können diese in einem Zeitraum bis zu fünf Jahren vollstreckt werden. Dennoch gibt es auch in Italien die Regelung, dass das Bußgeld um 30% reduziert wird, falls es innerhalb der ersten 5 Tage nach Erhalt bezahlt wird.

Besondere Verkehrszeichen

Auch für Italien haben wir hier einige wichtige Verkehrszeichen zusammengefasst:

Zona di silenzio = Hupverbot

Deviazione = Umleitung

Tenere la destra = Rechts fahren

Tutte le direzioni = Alle Richtungen

Rallentare = Lamgsam fahren

Senso unico = Einbahnstraße

Sbarrato = Gesperrt

Inizio zona tutelate = Beginn der Parkverbotszone

Zone a Traffico Limitato – ZTL = Verkehrsbeschränkte Zone im Zentrum
(Details dazu im nächsten Abschnitt)

Städtische Besonderheiten

Eine gute Nachricht vorneweg: die Eintrittsgebühr für Venedig wird voraussichtlich erst ab September erhoben. Dann sollen Touristen 3,- € bezahlen, um die Stadt besichtigen zu können. Langfristig wird der Tarif weiter erhöht werden. Grund für diese Touristengebühr ist die Instandsetzung und Erhaltung der Infrastruktur in der Lagunenstadt. 30 Millionen Besucher pro Jahr hinterlassen Spuren, die kostspielig beseitigt werden müssen.

Diesen Sommer können Sie die atemberaubende Stadt also noch ohne Eintrittsgelder besichtigen. Außerdem ist zu erwähnen, dass Touristen, die in der Stadt übernachten, von der Gebühr befreit sein werden.

Eine weitere städtische Besonderheit sind die zufahrtsbeschränkten Zentren vieler italienischer Städte und Gemeinden (Zone a Traffico Limitato – ZTL). Dadurch sollen die historischen Ortskerne geschützt werden. Die ZTL gibt es daher überwiegend in touristisch erschlossenen Städten. In die Zentren dieser Zonen dürfen nur Anwohner, Lieferanten oder Fahrzeuge mit Ausnahmegenehmigungen einfahren. Überwacht werden die Zonen mittels Videokameras und durch die Polizei. Eine Missachtung kann zu hohen Bußgeldern führen. Sollten Sie in einem Hotel übernachten, das in einer solchen zufahrtsbeschränkten Zone liegt, sollten Sie sich vorher informieren, welche Regelungen für die Hotelgäste bestehen. Als Tagestourist empfiehlt es sich, außerhalb der ZTL in einem Parkhaus oder öffentlichen Parkplatz zu parken. Einige Städte erheben für die gewährte Einfahrt in das Zentrum eine City-Maut. In Bologna kostet ein Tagesticket für die ZTL beispielsweise 6,- €.

Maut in Italien

Für den Großteil der Autobahnen in Italien besteht eine Gebührenpflicht. Außerdem sind einige Tunnel zusätzlich kostenpflichtig.

Wie in Frankreich und Spanien wird in Italien an Mautstationen im geschlossenen oder offenen System abgerechnet. Im geschlossenen System ziehen Sie bei der Einfahrt auf die Autobahn ein Ticket, das Sie bei der Ausfahrt vorzeigen. Dort bezahlen Sie den Betrag für die zurückgelegte Strecke. Im offenen System werden Pauschalbeträge erhoben. An diesen Streckenabschnitten erhalten Sie also kein Ticket.

Eine Besonderheit der italienischen Mautregelung ist das sogenannte Free Flow System auf den neuen Autobahnen A36, A59 und A60. Eine direkte Bezahlung an den Mautstationen ist in diesem System nicht vorgesehen, vielmehr erfolgt die Bezahlung elektronisch, um den Verkehrsfluss nicht zu behindern. Beim Free Flow System werden alle Fahrzeuge, die durch die Mautstation fahren, gescannt und das Kennzeichen registriert. Für die Abrechnung sollten Sie sich auf der Website der Autobahngesellschaft registrieren oder die zugehörige App „APL Free Flow“ nutzen. Hier hinterlegen Sie Ihre Zahlungsinformationen, sodass die Mautgebühren direkt bei Ihnen abgebucht werden können. Weitere Informationen zum Free Flow System und zur Registrierung finden Sie auf der Homepage der Autobahngesellschaft Pedemontana.

Weitere Informationen zu Ihrer Urlaubsreise nach Italien finden Sie auf den Seiten des ADAC (www.adac.de)


Reiseserie #4: Frankreich

Vive la France! Unser Nachbarland im Westen ist ebenfalls vielen Deutschen eine (Auto-)Reise wert. Die Côte d’Azur lockt mit tollen Stränden und wer es kulturell anspruchsvoll mag, fährt nach Paris, Lyon oder Marseille. In diesem Teil unserer Reiseserie erfahren Sie, worauf man als Autofahrer in Frankreich achten sollte.

Allgemeine Informationen

Die Tempolimits in Frankreich sind ähnlich denen in anderen europäischen Staaten. Innerorts sind 50 km/h Höchstgeschwindigkeit vorgeschrieben, außerorts 80 km/h. Auf Schnellstraßen gilt ein Tempolimit von 110 km/h, auf Autobahnen darf man maximal 130 km/h fahren.

Die Promillegrenze liegt in Frankreich bei 0,5 ‰, für Fahranfänger bei 0,2 ‰. Darüber hinaus gibt es in Frankreich aber noch andere Besonderheiten im Straßenverkehr.

Auf der Autofahrt in Frankreich kann es vorkommen, dass Sie an einer Kreuzung links abbiegen wollen. Auf der Rückseite der Ampel des Gegenverkehrs kann dann ein rotes Kreuz aufleuchten. Das bedeutet, dass der Gegenverkehr Rot hat und Sie zügig links abbiegen können, sofern keine Fußgänger die Straße überqueren.

In unserem Nachbarland enden Vorfahrtsstraßen immer am Ortsausgang, der durch das Ortsschild gekennzeichnet ist. Auf einer Bergstraße muss das bergabwärtsfahrende Auto ausweichen, wenn ein Fahrzeug von unten entgegenkommt. Diese sind nämlich vorfahrtsberechtigt.

Radarwarngeräte jeglicher Form sind verboten und werden mit hohen Geldstrafen geahndet. Eine Dashcam ist jedoch erlaubt.

Ablenkungen während der Fahrt werden von den französischen Beamten streng geahndet. Dazu gehören beispielsweise Essen oder Schminken am Steuer sowie das Suchen im Handschuhfach. Mit Ausnahme des Navis ist das Betrachten eines Bildschirms ebenfalls verboten. Fahrer mit losem Schuhwerk wie Flip-Flops können von der Polizei ebenfalls mit einem Bußgeld belegt werden.

Ein Telefonat im Auto? Mit einer Freisprecheinrichtung auch in Frankreich kein Problem. Die Verwendung von Kopfhörern, Ohrstöpseln oder Headsets ist dafür allerdings nicht erlaubt.

Kinder bis 10 Jahre benötigen einen Kindersitz und müssen hinten im Wagen sitzen.

Sollten Sie in Frankreich einen Verstoß begehen, werden Sie häufig bereits an besagter Stelle von der Polizei aufgehalten. Sofern Sie das Verwarngeld sofort bezahlen oder innerhalb einer Frist von drei Tagen überweisen, handelt es sich um einen reduzierten Betrag. Ansonsten gilt eine Frist von 46 Tagen für den vollen Betrag.

Mitführpflichten und Pannenregelung

In Frankreich ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass jeder Autofahrer einen Alkohol-Einwegtest mitzuführen hat. Diesen kann man in Apotheken oder an Raststätten der Autobahn kaufen. Laut aktueller Gesetzeslage kann allerdings bei Nichtmitführen kein Bußgeld erhoben werden.

Überdies ist es empfehlenswert, einen Satz Glühbirnen für die Auto-Scheinwerfer mitzuführen, sofern das eigene Fahrzeug keine Xenon-, LED- oder Neon-Scheinwerfer hat. Schlechte Beleuchtung kann in Frankreich mit Bußgeldern geahndet werden.

Wie in anderen europäischen Staaten muss man auch in Frankreich für alle Fahrzeuginsassen eine Warnweste mitführen und diese bei einer Panne bereits im Fahrzeug anlegen.

Hat man auf der Autobahn eine Panne, so muss man sich direkt hinter die Leitplanke begeben. Auch auf dem Seitenstreifen ist es in Frankreich nicht erlaubt, sich fußläufig zu bewegen. Ebenfalls untersagt ist privates Abschleppen auf Autobahnen. Sofern Sie sich nicht in Gefahr begeben, können Sie ein Warndreieck aufstellen. Zwingend notwendig ist das Aufstellen des Warndreiecks bei einer Panne auf einer Landstraße oder innerorts.

Besondere Verkehrszeichen

In Frankreich gibt es einige wenige Verkehrszeichen, die man ohne Kenntnisse der Landessprache nicht versteht. Nachfolgend eine Auflistung der Wichtigsten:

Toutes Directions = alle Richtungen

Rappel = Erinnerung, Mahnung (bei Tempolimits)

Ralentir = langsam fahren

Centre Ville = zur Stadtmitte

Déviation = Umleitung         

Passage interdit = Durchfahrt verboten 

Serrez à droite = Rechts halten

Vous n’avez pas la priorité = Sie haben keine Vorfahrt

Fin d’interdiction de dépasser = Ende des Überholverbots

Maut in Frankreich

Die Autobahnen in Frankreich sind mit Ausnahme weniger Stadtumfahrungen, z.B. in Paris oder Marseille, gebührenpflichtig. Größtenteils besteht ein geschlossenes System mit Mautstationen, an denen Sie bei der Einfahrt ein Ticket ziehen und bei der Ausfahrt für die zurückgelegte Strecke bezahlen. Einige Teilstrecken sowie Tunnel (u.a. der Mont-Blanc-Straßentunnel) und Brücken, wie z.B. die Pont de Normandie, kosten einen Pauschalbetrag.

Bei den Mautstationen gibt es verschiedene Spuren. Als Reisender können Sie diejenigen mit grünem Pfeil für alle Fahrzeugkategorien nutzen und zwischen Kreditkartenzahlung (sog. „cb“-Schalter) und mit Personal besetzten Mauthäuschen wählen. Die Spuren, die durch ein „t“ gekennzeichnet sind, sind Autofahren vorbehalten, die einen Transponder für die Autobahn besitzen.

Eine wichtige Besonderheit ist die in Frankreich geltende City-Maut. Diese gilt bisher in Paris, Grenoble, Lille, Lyon, Rennes, Straßburg und Toulouse, wird aber stetig auf andere Städte und Teilgebiete ausgeweitet. Die City-Maut regelt die Zufahrtsbeschränkungen auf Basis der Luftverschmutzung durch Schadstoffe. Dabei gelten manche Umweltzonen dauerhaft, diese heißen ZCR (Zone à Circulation Restrainte). Andere können temporär ausgerufen werden. Für Autofahrer bedeutet das, dass für die Einfahrt in eine solche Umweltzone die Crit’Ait-Vignette notwendig ist. Die deutsche Umweltplakette gilt in Frankreich nicht! Nähere Infos zur Umweltvignette, wo diese benötigt wird und wo Sie sie erwerben können, finden Sie auf der offiziellen Seite der Crit’Air-Vignette in deutscher Sprache.

Mehr Länderinfos zu Frankreich gibt es auf den Seiten des ADAC (www.adac.de).


Reiseserie #3: Müdigkeit am Steuer

Vor dem erholsamen Urlaub steht oftmals eine längere Autofahrt an. Und lange Autofahrten können ganz schön müde machen. Daher geht es im dritten Teil unserer Reiseserie um die Bedeutung von Müdigkeit am Steuer und welche Tipps es gibt, ihr entgegenzuwirken. Damit einer entspannten und sicheren Fahrt in den Urlaub nichts mehr im Wege steht.

Müdigkeit und Sekundenschlaf

Durchschnittlich zwei von 1.000 Autofahrern und knapp die Hälfte von 350 befragten LKW-Fahrern sind bereits einmal am Steuer des Fahrzeugs eingeschlafen. Ein hoher Wert, wenn man bedenkt, wie gefährlich Müdigkeit und Sekundenschlaf sich auf den Straßenverkehr auswirken können. Denn in diesem minimalen Zeitfenster fährt das Auto oder der LKW quasi führerlos.

Ein Beispiel: Nickt man bei einer Geschwindigkeit von 130km/h eine Sekunde ein, fährt das Auto 36m ohne Lenker. Bei einem 10-sekündigen Schlaf beträgt die Strecke bereits 361m! In der Folge des Sekundenschlafs kommen Fahrzeuge häufig von der Straße ab, was im schlimmsten Fall sogar tödlich enden kann.

Schlafforscher haben ermittelt, dass sich starke Müdigkeit wie Alkohol auf den Körper auswirkt und dadurch auch die Fahrtüchtigkeit deutlich einschränkt. Ist man beispielsweise 22 Stunden wach und daher entsprechend müde, ist die Fahrtauglichkeit ähnlich wie bei 1,0 Promille.

Was tun bei Müdigkeit unterwegs?

Was ist also die beste Herangehensweise an lange Autofahrten, bei denen Müdigkeit zum Problem werden könnte?

In erster Linie ist es wichtig, Müdigkeit und Sekundenschlaf nicht zu unterschätzen! Daher sollte man unbedingt auf die Warnsignale des Körpers hören. Können Sie schwer die Spur halten oder sich an die vorangegangene Strecke nur schlecht erinnern? Sind die Lider schwer, gähnen Sie oft oder blinzeln Sie vermehrt? Oder sind Sie unruhig? Dann sollten Sie auf jeden Fall schnellstmöglich eine Pause einlegen.

In den Pausen kann es kurzzeitig hilfreich sein, die Muskeln zu lockern, indem Sie sich strecken und tief Ein- und Ausatmen. Die Bewegung an der frischen Luft sorgt dafür, dass mehr Sauerstoff ins Gehirn gelangt und Sie sich wieder besser konzentrieren können. Bei Urlaubsreisen mit dem Auto ist es empfehlenswert, einen Beifahrer zu haben, mit dem man sich abwechseln kann. Falls Sie keinen Beifahrer haben, sollten Sie bei starker Müdigkeit eine Pause einlegen und ein kurzes Nickerchen, ein sogenanntes Powernap, machen. Dieser kurze Schlaf von 10 bis 20 Minuten reicht aus, um neue Kraft zu tanken. Bestenfalls trinken Sie vorher noch einen starken Kaffee, dessen Wirkung sich nach ca. einer halben Stunde, also nach dem Nickerchen, einstellt. Wenn das alles nicht hilft, sollten Sie sich eine Übernachtungsmöglichkeit suchen und erst am frühen Morgen weiterfahren.

Technische Assistenzsysteme

Neuere Fahrzeugmodelle sind mittlerweile häufig mit Müdigkeitswarnern ausgestattet. Diese Systeme werten v.a. Lenkbewegungen und Spurhaltung aus und erkennen starke Abweichungen. Dann erscheint dem Fahrer eine Anzeige, die ihn auf die Notwendigkeit einer Pause hinweist.

Die Systeme funktionieren bereits erstaunlich gut. Dennoch ignorieren viele Fahrer den Hinweis und machen erst viel später eine Pause.

Für eine schöne und vor allem sichere Urlaubsfahrt sollten Sie also genügend Pausen einplanen und Anzeichen von Müdigkeit nicht ignorieren. Dann sollte einem tollen Urlaub nichts mehr im Wege stehen.

Diese und weitere Infos finden Sie auf den Seiten des ADAC (www.adac.de) sowie des VdTÜV (www.vdtuev.de).


Reiseserie #2: Spanien

¡Viva España! Sagrada Familia und Tapas, kulturelle Städte wie Barcelona oder Valencia. Und natürlich das Meer. Auch Spanien gehört zu den Top 5 der deutschen Reiseziele im Sommerurlaub. Worauf sollte man also bei einer Autoreise nach Spanien achten? Darum geht es im zweiten Teil unserer großen Reiseserie.

Allgemeine Informationen

Wussten Sie schon, dass sich die Tempolimits für Pkw auf spanischen Straßen von denen in Deutschland deutlich unterscheiden? Innerorts gilt – wie bei uns auch – eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Allerdings darf man außerorts nur 90 km/h schnell fahren. Auf Schnellstraßen gilt ein Tempolimit von 100 km/h, auf den Autobahnen von 120 km/h.

Sollten Sie in Spanien einmal zu schnell unterwegs gewesen sein und Sie ein Bußgeld zahlen müssen, empfiehlt es sich, dies innerhalb von 20 Tagen nach dem Verstoß zu tun. Denn dann gewährt der spanische Staat 50% Rabatt auf den Strafzettel. Am besten halten Sie sich aber an die vorgeschriebenen Tempolimits, dann müssen Sie sich darüber keine Sorgen machen.

Die Promillegrenze liegt bei 0,5 ‰, für Fahranfänger bei 0,3 ‰.

Wird das Fahrzeug bei einer Panne oder einem Unfall außerhalb geschlossener Ortschaften verlassen, gilt auch in Spanien die Warnwestenpflicht für die jeweiligen Personen. Bei Unfällen jeglicher Art muss die spanische Polizei hinzugezogen werden. Bei Sachschäden sollte der sog. „Europäische Unfallbericht“, erhältlich z.B. in den Geschäftsstellen des ADAC, ausgefüllt werden. Übrigens ist ein Abschleppen durch Privatfahrzeuge in Spanien nicht erlaubt.

Bei den Vorschriften zur Nutzung eines Kindersitzes geht es rein um die Körpergröße der Minderjährigen. Die Verwendung eines Kindersitzes ist in Spanien bis zu einer Größe von 135cm vorgeschrieben. Außerdem dürfen Kinder nur auf dem Rücksitz mitfahren, es sei denn, das Fahrzeug hat keine Rücksitze oder die hintere Bank ist bereits von anderen Kindern besetzt.

Übrigens: in Spanien gibt es kein generelles Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen.

Besondere Verkehrszeichen

In Spanien gibt es einige wenige Verkehrszeichen, die man ohne Kenntnisse der Landessprache nicht versteht. Die folgende Auflistung fasst diese Verkehrszeichen zusammen.

Alto = Halt                      

Atencion = Achtung             

Cuidado = Vorsicht

Viraje peligroso = gefährliche Kurve

Ceda el paso = Vorfahrt beachten

Paso prohibido = Durchfahrt verboten

Prohibido aparcar = Parken verboten

Llevar la derecha = rechts fahren

Llevar la izquierda = links fahren

Maut in Spanien

Das spanische Autobahnnetz ist unterteilt in private und staatliche Straßenabschnitte. Grundsätzlich wird eine Maut nur auf den privaten Abschnitten erhoben, wohingegen Sie für die öffentlichen Autobahnen und alle Schnellstraßen nichts bezahlen müssen.

Wichtig ist hierbei die Unterscheidung der beiden Fahrzeugkategorien „Ligeros“ und „Pesados“. Der normale Reiseverkehr fällt generell nur unter die erste der beiden Kategorien.

In Spanien ist die Maut nicht zeit-, sondern streckenabhängig. Das bedeutet, Sie zahlen den Betrag entsprechend der gefahrenen Strecke auf der Autobahn. Dazu gibt es bei Auf- und Ausfahrten der Autobahnen Mautstationen, an denen Sie beim Einfahren in die Autobahn einen Zettel ziehen und diesen an der Ausfahrt vorzeigen. Sie zahlen den Betrag dann direkt an der Mautstation. Einige Teilstrecken können pauschal bezahlt werden, hier wird kein Ticket gezogen.

Bezahlen können Sie in bar oder mit Kreditkarten wie VISA oder Mastercard. Nicht möglich ist die Bezahlung hingegen mit der EC-Karte (Maestro) oder Prepaid-Kreditkarten (V-Pay)! Für Kreditkartenzahler gibt es eigene Fahrspuren, die sogenannten „vias automáticas“. Achtung: die Fahrstreifen, die mit „VIA-T“ oder „T“ gekennzeichnet sind, sind Fahrzeugen vorbehalten, die einen Transponder im Auto besitzen.

Eine ungefähre Preisstaffelung sowie weitere Infos zu Spanien finden Sie auf www.adac.de 


Reiseserie #1: Österreich 

Wandern in den Bergen, Städtetrips nach Wien, Innsbruck oder Salzburg, Urlaub an den natürlichen Seen – die Reisemöglichkeiten in unserem Nachbarland Österreich sind vielfältig. Und weil Österreich zu einem der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen gehört, dreht sich im ersten Teil unserer Reiseserie alles um die Autoreise dorthin.

Allgemeine Informationen

Für Pkw gilt innerorts ein Tempolimit von 50 km/h, außerorts und auf Schnellstraßen sind 100 km/h erlaubt. Auf den Autobahnen unbedingt die Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 km/h beachten.

Die Promillegrenze liegt bei 0,5. Fahranfänger bis zwei Jahre nach Erhalt des Führerscheins dürfen Alkohol nur bis zu einer Grenze von 0,1‰ konsumieren.

Die Pflicht zur Mitführung einer Warnweste gilt nur für den Fahrer des Fahrzeugs, der diese im Fall eines Unfalls oder einer Panne auf der Autobahn oder Landstraße vor dem Verlassen des Fahrzeugs überziehen muss. Fahrern von Fahrzeugen, die nicht mit Xenon-, LED-, oder Neon-Scheinwerfern ausgestattet sind, wird es empfohlen, ein Ersatzglühlampenset mitzuführen. Motorräder und ähnliche Krafträder müssen einen kleinen Verbandskasten mitführen. Zusätzlich wird eine Warnweste empfohlen.

Kinder unter 14 Jahren oder kleiner als 1,50 m benötigen zwingend einen passenden Kindersitz

Verkehrssituation Sommer 2019

Wie jeden Sommer gelten die üblichen Urlaubsrouten wie die West-Autobahn A 1 zwischen Salzburg und Wien, die Tauernautobahn A 10 zwischen Salzburg und Villach oder die Brennerautobahn A 13 Richtung Italien als Problemstrecken. Auch die immer noch durchgeführten Grenzkontrollen zu Slowenien, Ungarn und der Slowakei sowie auf deutscher Seite beeinflussen den Reiseverkehr erheblich. Besonders die Autobahnübergänge Suben zwischen Passau und Linz, Walserberg auf der A 8 und Kiefersfelden zwischen Kufstein und Rosenheim sind vor allem am Wochenende und an Feiertagen betroffen. Wenn möglich, diese Grenzübergänge meiden und auf kleinere in der näheren Umgebung ausweichen. Für die A3 (Suben) eignet sich beispielsweise die B12 bei Simbach a. Inn. Sorgenkind im Sommer 2019 ist die A93 (Inntaldreieck – Kufstein), da hier auf österreichischer Seite häufig Lkw-Blockabfertigung durchgeführt wird. Die Folge sind lange Staus auf deutscher Seite.

Österreichische Mautpflicht

Bis auf wenige Teilstücke sind die österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen gebührenpflichtig, d.h. für die Nutzung dieses Straßennetzes muss eine Vignette, das sogenannte „Pickerl“, erworben werden. Zudem gibt es noch Sondermautstrecken, für die zusätzlich bezahlt werden muss. Dazu gehören z.B. der Arlbergtunnel (S16) oder der Karawankentunnel (A11) sowie u.a. die Brennerautobahn (A13) Richtung Italien oder die Tauernautobahn (A10) Richtung Südosten.

Die Vignette ist sowohl in digitaler Form, als auch als klassische Klebevignette beim ADAC, ÖAMTC oder grenznahen Tankstellen erhältlich. 2019 kostet die 10-Tages-Vignette für Pkw 9,20 €. Sie ist ab einem frei wählbaren Datum für 10 Tage gültig. Darüber hinaus gibt es auch noch eine 2-Monats-Vignette (26,80 € für Pkw) und eine Jahres-Vignette (89,20 € für Pkw). Die Vignettenpflicht besteht übrigens auch für Gespanne, Motorräder und Wohnmobile. Die Klebevignette muss von außen gut sichtbar an die Innenseite der Windschutzscheibe geklebt werden, bei Motorrädern an glatte und nicht auswechselbare Teile. Hinweise zur korrekten Anbringung der Vignette befinden sich auf der Rückseite derselben.

Bei Missachtung der Vignettenpflicht drohen Bußgelder. Zunächst muss eine Ersatzmaut von 120 € entrichtet werden. Dieser Betrag kann sich deutlich erhöhen, wenn man nicht sofort bezahlt. Dann droht eine Geldstrafe zwischen 300 € und 3.000 €. Die Ersatzmaut kann aber auch per Kreditkarte bezahlt werden.

Mit Strafe muss man ebenfalls rechnen, wenn die gekaufte Vignette nicht aufgeklebt, die Zeitvignette nicht gelocht oder die Vignette wiederaufgeklebt wurde. Daher sollte man eine schief aufgeklebte Vignette nicht nochmal entfernen, da sie anschließend ungültig ist. Außerdem sollten nicht mehr als zwei österreichische Vignetten gleichzeitig auf der Scheibe kleben. (Übrigens: der Klebstoff ist wasserlöslich, daher die Klebereste auf der Scheibe anfeuchten und nach kurzer Einwirkungszeit lassen sich diese gut mit einem Lappen oder Schwamm entfernen.) Andere Befestigungen als das Kleben der Vignette an die Windschutzscheibe sind nicht erlaubt und werden bestraft. Und ganz wichtig: immer den unteren Vignettenabschnitt der Trägerfolie aufbewahren, da dieser als Kaufnachweis gilt.

Diese und weitere Infos finden Sie auf den Seiten des ADAC (www.adac.de) sowie des ÖAMTC (www.oeamtc.at).